The Azure Host
Ein Samstag beim Bau einer osmanischen Ultramarines-Armee
Fausto Zonaro, Die Eroberung Konstantinopels (1903) · Gemeinfrei
Ein stiller Samstag, eine Schneidematte und eine Schachtel grauen Plastiks. Bis zum Abend war es eine Armee.
In Teil eins bin ich endlich eingestiegen — überzeugt von einem Hobby ohne Bildschirm, ohne Framerate, ohne Patch Notes. Der Traum am Ende von allem ist schlicht und hartnäckig physisch: eine ganze Armee bemalen und mich dann an den Tisch setzen, um eine echte Partie Warhammer herauszufordern, mit Würfeln und allem. Aber das ist noch viele Kapitel entfernt. Heute waren es nur Kleber, Zange und Grundierung — und es war zutiefst befriedigend.
Das Konzept saß sofort: Was, wenn die Ultramarines aus der Hohen Pforte statt aus Macragge marschiert wären? Sie tragen Blau und führen Krieg nach Vorschrift — genau wie die Janitscharen. Also baue ich die ganze Streitmacht als die Azurne Heerschar: dasselbe Ordensblau, gekleidet in osmanischen Rang. Der Kriegsherr ist ein Padişah; seine Ehrengarde sind Solak und Elite-Janitscharen; die billigen Leiber vorn sind Azap-Aufgebot. Reichtum — Gold, Weiß, die Leuchtkraft des Blaus — sinkt mit dem Rang.
Wo der Tag endet: Die Streitmacht ist gebaut und grundiert, etwa zwei Stunden Schneiden, Putzen, Kleben und Grundieren. Noch keine Farbe. Dieses Logbuch reicht also von nacktem Grau bis zur Grundierung, und jedes Rezept unten ist der Plan — die Farben, zu denen ich beim nächsten Mal greife. Alles Citadel. Zwei Töne heißt: der erste ist die Basis, der zweite die Schicht.

Schneiden, Säubern, Kleben
Nacktes PlastikEs beginnt auf der Schneidematte. Vom Gussrahmen geknipst, Gussgrate abgeschabt, trocken angepasst, dann Plastikkleber. Nichts Glamouröses — nur der langsame Teil, den niemand fotografiert, also hier ist er trotzdem. Drei Chargen zusammengebaut und gestellt, bevor ein Tropfen Farbe sie berührte.


Die ganze Heerschar, grundiert
GrundierungAlle starten gleich. Die ganze Streitmacht in einem Rutsch grundiert, damit das Blau auf gleichmäßigem Grund sitzt. Bau und Grundierung zusammen dauerten etwa zwei Stunden. So steht die Armee heute — graues Plastik, in einheitliche Grundierung verwandelt, vom Padişah bis zum niedrigsten Azap, alle warten auf die Farben ihres Ranges.

Dieselbe Armee, dasselbe Blau. Was sich mit dem Rang ändert, sind das Metall, das Weiß und wie hell das Blau sein darf.
Der Padişahپادشاه
HQ · Kriegsherr — keine ZurückhaltungDas Aushängeschild des ganzen Projekts — hier grundiert, auf seine Farben wartend. Er bekommt das hellste Blau, echtes Gold und reinweißes Federwerk: alles, was sich das Aufgebot nicht leisten kann. An ihm messe ich jedes andere Modell, also lasse ich mir Zeit, wenn die Farbe kommt — Basis, Schicht, Kante.

Elitegardeصولاق
Elite · Solak — des Sultans EigeneGrundiert und bereit für den Pinsel. Die Ehrengarde trägt die ganze Palette des Padişah — dasselbe Blau, dasselbe Gold, dasselbe Grün — doch sie verdienen das eine, das er der Zeremonie vorbehält: Rot. Ein heißes Mephiston/Evil-Sunz-Scharlach wird sie als Auserwählte des Sultans kennzeichnen, ein Aufblitzen von Blut und Feuer in all dem Azur.

Die Azapعزب
Truppen · Aufgebot — billige LeiberDie vorderste Reihe — grundiert und aufgereiht. Sie werden am schnellsten bemalt: kein Gold, kein Reinweiß, kein helles Blau, alles über ihrem Sold. Sie begnügen sich mit staubigem Grau-Braun und einem schlichten, tiefen Ordensblau. Contrast-Farbe, Wash, aufreihen, weiter. Sie sollen als viele wirken, nicht als kostbar.

Blau bindet sie alle — nur Metall und Weiß verschieben sich mit dem Rang. Diese eine gemeinsame Note lässt Padişah und Azap am Tisch als eine Heerschar erscheinen.
Das war der Samstag. Die Marines stehen gebaut, grundiert und wartend. Teil Drei ist der spaßige Teil — die Farbe kommt, Rang für Rang, und wir finden heraus, ob der Plan den Kontakt mit dem Pinsel übersteht. Und irgendwo dahinter der eigentliche Preis: die fertige Azurne Heerschar auf einen Tisch zu führen und eine echte Partie herauszufordern, von Angesicht zu Angesicht, Würfel in der Hand. Ein Kapitel nach dem anderen.